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 Basisinformationen zum Terrarienbau 
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Registriert: Do Apr 10, 2003 4:46
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Wohnort: bei Itzehoe/Schleswig-Holstein
Beitrag Basisinformationen zum Terrarienbau
Hallo Leguanfreunde,

viele, die sich ein neues Terrarium bauen wollen, haben dazu eine Menge berechtigter Fragen.
Vielleicht findet der/die eine oder andere in der folgenden kurzen Übersicht einige Informationen über den bevorstehenden Bau, oder er/sie bemerkt Voraussetzungen, an die noch gar nicht gedacht wurde.
Vor dem Bau eines Terrariums (und natürlich der Anschaffung eines grünen Leguans) sollte man folgendes beachten:

Ein Terrarium für ein adultes (ausgewachsenes) Tier sollte schon die Maße von (l,b,h)
2m x 1,8m x 2m haben. Ein solches Terrarium ist im Handel kaum zu bekommen, also heißt es selber bauen. Hier sollte im Vorfeld an die Erlaubnis des Vermieters und an eine eventuelle spätere Beseitigung des Terrariums gedacht werden. Auch können grüne Leguane bis zu 20 Jahre alt werden, wer sich ein juveniles (junges) Tier anschafft, sollte diese Gedanken nicht verdrängen.

Im inneren sollten folgende Temperaturen herrschen:
Im unteren Bereich ca. 22°-25°, eine restliche Grundtemperatur von ca. 30°-35° und unter einzelnen Sonnenplätzen ca. 40°-45°.

Die Luftfeuchtigkeit sollte am Tag 55%-80% erreichen, nachts über 80%.

Ein geräumiges Wasserbecken darf nicht fehlen.

Vor dem Bau empfiehlt sich eine sorgfältige Planung, (Platz aussuchen, Zeichnung anfertigen, Gesamtkostenaufstellung) damit man später keine unangenehmen Überraschungen erlebt.
Vor dem eigentlichen Bau sollte ein Sockel gemauert werden, auf dem das Terrarium später steht. Das hat den Vorteil, dass man ein Wasserbecken einlassen und den Zu- und Ablauf leicht installieren kann. Die notwendige Reinigung eines solchen Beckens wäre ohne Abfluß sehr mühsam.
Der Sockel kann aus Yton-Steinen gemauert werden, eventuell auch die Rückwand.
Diese ist wichtig, wenn das Terrarium an einer Außenwand steht; ich rate davon ab, diese als Rückwand zu nehmen. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Außenwand im laufe der Jahre feucht wird, außerdem ist sie im Winter eine Kältebrücke.

Als Rahmen für unser Terrarium können wir Holz nehmen, (vor Feuchtigkeit schützen) Aluminium-Stecksysteme, oder nur Glas. Auch gemauerte Seitenwäde sind möglich.

Bei einer Bodenplatte aus Holz ist penibel darauf zu achten, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann. Hier kann der Rat eines Tischlers gefagt sein.

Auch bei den Glaselementen kommt man wohl nicht ohne die Hilfe eines Fachmanns aus.

Die Rückwand kann man mit Gips modellieren, mit Natursteinen versehen, mit PU-Schaum ausfüllen, oder ähnliches. Auch hier ist sorgfältiges Imprägnieren angebracht.

Gedanken muß man sich auch über eine erforderliche Be- und Entlüftung machen, am besten verschließbar, denn die optimalen Werte sind meistens nur durch ausprobieren zu erreichen.

In unserem Terrarium soll es möglichst hell sein, dafür sind Hqi-Strahler zwischen 80w und 150w gut geeignet. zu den Strahlern gehört ein integriertes oder externes Vorschaltgerät.
Um die oben genannten Temperaturen zu erreichen, sind Wärmelampen erforderlich. (gut geeignet und billig sind Par38)
Die Menge und Stärke ergibt sich aus der Größe des Terrariums, in der Regel sind es 4-6 von 100w bis 150w. Bevor die Tiere einziehen, sollten Messungen an mehreren Stellen gemacht werden, dabei ist auch auf die höhere Temperatur unter den Sonnenplätzen zu achten, von denen immer einer pro Leguan angeboten werden muß.
Wichtig ist auch eine tägliche UV-bestrahlung, hier gibt es die Osram vitalux 300w, ca.3-6 Stunden täglich. Man kann sich auch für die Powersun 100w oder 160w entscheiden, diese sollte ca. 8-10 Stunden/Tag laufen, bringt aber deutlich weniger UV Strahlung. (Inzwischen rate ich von der Powersun ganz ab, zu teuer in Anschaffung und täglichem Stromverbrauch, zu wenig UV-Strahlung.) Auf den Mindestabstand zum Tier achten.
Die Hqi und Wärmelampen sollten ca. 12 Stunden/Tag in Betrieb sein. Bei allen Lampen ist darauf zu achten, dass die Tiere sie nicht erreichen können.
In der Regel sind die erforderlichen Temperaturen durch die Leuchtmittel gewährleistet, so dass man auf eine Heizmatte oder ähnliches verzichten kann. Leguane verbinden Wärme mit Licht, eine Heizmatte am Boden würde sie zu einem unnatürlichen Verhalten animieren.
Die Nachttemperaturen sollten um ca. 5°-10° sinken, allerdings nicht unter 20°. Sollte es nachts kälter im Terrarium werden, kann hier mit einem Elstein-Strahler für die notwendigen Temperaturen gesorgt werden. Es ist zu empfehlen, die Leitungen, die das Terrarium mit Strom versorgen, separat an den Verteiler anzuschließen, da es sonst bei gleichzeitiger Inbetriebnahme anderer Geräte zu einem Kurzschluß kommen kann. VORSICHT! Diese Arbeit im Zweifelsfall von einem Elektriker ausführen lassen.

Für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ist eine Beregnungsanlage angebracht. In einem Terrarium von über 3qm wäre das tägliche, mehrfache Sprühen von hand sehr umständlich.

Die Inneneinrichtung muß stabil gebaut sein, adulte Tiere können mehrere Kilogramm wiegen.
Die Äste, die für ausreichend Klettermöglichkeiten und Ruheplätze sorgen müssen, sollten den doppelten Durchmesser des Körperumfangs eines Leguans haben. Um Gewicht zu sparen, kann man große Äste der länge nach durchsägen und so aus einem zwei machen.
Künstliche Pflanzen sorgen für Verstecke, besonders für juvenile Tiere ist das wichtig.
Echte Pflanzen haben keine großen Überlebenschancen, sie werden zertreten oder gefressen.

Als Bodengrund kann man ein Torf/Erde Gemisch nehmen, einfachen Mutterboden,(nicht gedüngt) o.ä.
Rindenmulch ist nur bedingt geeignet, besonders Jungtiere können beim verschlucken einen tödlichen Darmverschluß bekommen.
Sägespäne sind ungeeignet, da sie leicht schimmeln und bei Feuchtigkeit verklumpen.

Bei jungen Leguanen leistet ein kleineres Terrarium am Anfang gute Dienste.
Sie werden deutlich schneller zutraulich, als in einem großen, was zb. einen erforderlichen Tierarztbesuch sehr viel leichter für Mensch und Tier macht.
Da Leguane baumbewohner sind, sollte aber auch hier auf ausreichende Höhe geachtet werden, ein ausrangiertes Aquarium ist nicht geeignet.
Es gibt eine Richtlinie für die Mindestanforderungen, darin heißt es:
Länge = 4x krl (Kopfrumpflänge)
Breite = 3x krl
Höhe = 5x krl
Diese Angaben halte ich aber für das absolute Minimum, etwas größer sollte es schon sein.
Zb. bei einem Jungtier mit 15cm KRL 90cm x 75cm x 120cm.
Normalerweise hat sich ein grüner Leguan nach einem Jahr gut an seine Pfleger gewöhnt, nach diesem Zeitraum kann das erste Terrarium auch bereits zu klein werden, daher sollte man rechtzeitig an die Planung und den Bau eines Endterrariums denken.

Zum Abschluß noch kurz zum finanziellen:
Die monatlichen Stromkosten liegen bei ca. 50 Euro,
die Baukosten fangen bei 500 Euro an und sind nach oben hin offen.

Ich hoffe, ich habe euch einen kleinen Überblick verschafft, das sind meine Erfahrungen mit dem Terrariumbau, sie sollen nur als Grundlage dienen, wenn ihr spezielle Fragen habt, immer raus damit, hier gibt es genug Teilnehmer, die euch gerne weiterhelfen.

Eine Pflichtlektüre vor der Anschaffung eines grünen Leguans ist übrigens das Buch von
Dr. Gunther Köhler
Der grüne Leguan
3. Auflage
isbn 3-9802892-9-x Herpeton Verlag Elke Köhler

Dann viel Spaß beim bauen.

Gruß Carsten



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Rückwand aus PU-Schaum

Hallo,

ich möchte hier mal eine mögliche Variante der Rückwandgestaltung eines Terrariums für grüne Leguane darstellen, wobei ich mich für PU-Schaum (Bauschaum) entschieden habe.

Basis dafür war eine ca. 4qm große, aus Yton-Steinen gemauerte, Wand.
Diese Wand muss keine feste Verbindung mit dem Boden haben, man kann vorher Folie auslegen und dann darauf die Wand mauern. Das schützt bei einem späteren eventuellen Abbau oder Umzug den Fußboden.

Dann werden die Zuleitungen, die in der Rückwand verschwinden sollen, (zb. Wasserleitung für Beregnungsanlage) gelegt.

Wenn der Rohbau steht, (Boden, Decke, Seitenwände) werden einige Dachlatten an der Rückwand festgeschraubt und dann über die gesamte Fläche engmaschiger Kükendraht gespannt. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass der Schaum beim sprühen einen gewissen Halt findet.

Im ersten Arbeitsgang wird die gesamte Fläche locker eingeschäumt.

Mit der zweiten Schicht wird die Endstruktur erreicht, die man durch leichtes bearbeiten mit den Händen (Handschuhe) oder einem Spachtel noch modellieren kann.
Nun können wir uns eine ca. 48stündige Pause gönnen, um den Schaum härten und trocknen zu lassen.

Zur optischen Gestaltung haben wir Dekorationsspray in der Farbe „Granit“ genommen.
Besonders wenn die Seitenwände aus Glas sind, sollte hier vorher ausreichend abgeklebt werden, um Farbe auf dem Glas zu vermeiden.

Wenn wieder alles getrocknet ist, können wir uns dem letzten Arbeitsgang, dem Imprägnieren, widmen. Hiermit schützen wir unsere Rückwand vor der hohen Luftfeuchtigkeit und sie ist leichter zu reinigen. Dafür haben wir Bootslack genommen.

Die Geruchsbelästigung durch (frischen) PU-Schaum ist mäßig, bei der farbgestaltung mittel, durch den Bootslack allerdings recht hoch. Nach ca. zwei Wochen ist alles wieder neutral.

Für 4qm haben wir ca. 12 Dosen PU-Schaum verbraucht, (ca. 8 Euro/Dose) 5-6 Dosen Farbe,
(ca. 5 Euro/Dose) und eine Dose Bootslack. (ca. 10 Euro)

So viel zu unseren Erfahrungen mit einer Rückwand aus PU-Schaum, wir sind mit dem Ergebnis eigentlich ganz zufrieden.
Natürlich gibt es aber auch andere Möglichkeiten, was einem im Endeffekt am besten gefällt, muss man sich selber überlegen.


Gruß Carsten


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So Feb 22, 2004 8:03
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